Julbock und Jultomte - Der schwedische Weihnachtsmann
Der schwedische Weihnachtsmann hat eine lange und abwechslungsreiche Geschichte.
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Das älteste Weihnachtssybol in Schweden ist der Julbock, der Weihnachtsbock, der ursprünglich als Verkörperung des Bösen in mittelalterlichen Nikolauszügen auftrat. Mit der Zeit verliert der verkleidete Bock seinen bedrohlichen Charakter und wurde zur Hauptfigur kleiner Weihnachtsaufführungen, mit denen Jugendliche auf den Bauern- und Herrenhöfen um Bewirtung baten. Im 18. Jahrhundert übernahm der Julbock die Aufgabe, an Heiligabend die Weihnachtsgeschenke zu verteilen. Diese Funktion geht schließlich Ende des 19. Jahrhunderts auf den Jultomte, den Weihnachtswichtel über.In Viktor Rydbergs Erzählungen vom kleinen Wigg verteilt zum ersten Mal in der schwedischen Literatur ein Wichtel am Weihnachtsabend Geschenke. Viktor Rydberg ersetzt den tratitionellen Julbock durch einen menschenähnlichen Weihnachtsboten, der in der Rolle des Weihnachtsmannes als Schenkender und Vertrauter der Kinder an die katolische Tratition des Sankt Nikolaus erinnert.
Mit dem Namen Jultomte knüpft der Weihnachtswichtel aber zugleich auch an den nordischen Volksglauben an. Der Tomte ist der schwedische Hof- und Hauswichtel, der unter den Menschen lebt und, solange er mit Respekt behndelt wird, für das Wohlergehen des Hofes und der Tiere sorgt. Der Jultomte, so wie er nun als Weihnachtsmann oder Weihnachtswichtel in der schwedischen Weihnacht allgegenwärtig ist, ist also eine Mischung aus Julbock, Tomte und Sankt Nikolaus. Er erscheint bis heute in der Gestalt, die ihm die illustratorin Jenny Nyström Mitte der 1880er Jahre auf unzählichen Bildern Postkarten und Weihnachtseitungen verliehen hat: in grauer Jacke, roter Zipfelmütze und mit weißem Rauschebart.
Auch der alte Julbock nimmt noch immer an der schwedischen Weihnacht teil. Als Strohfigur steht er auf dem Winachtstisch oder unter dem Weihnachtsbaum.
(aus Schwedische Weihnacht - Wichtel, Glögg und Lichterglanz / Herder spektrum Verlag)
Ursprungligen publicerad i Ny Illustrerad Tidning 1881.
Midvinternattens köld är hård,
stjärnorna gnistra och glimma.
Alla sova i enslig gård
djupt under midnattstimma.
Månen vandrar sin tysta ban,
snön lyser vit på fur och gran,
snön lyser vit på taken.
Endast tomten är vaken.
Står där så grå vid ladgårdsdörr,
grå mot den vita driva,
tittar, som många vintrar förr,
upp emot månens skiva,
tittar mot skogen, där gran och fur
drar kring gården sin dunkla mur,
grubblar, fast ej det lär båta,
över en underlig gåta.
För sin hand genom skägg och hår,
skakar huvud och hätta —
»nej, den gåtan är alltför svår,
nej, jag gissar ej detta» —
slår, som han plägar, inom kort
slika spörjande tankar bort,
går att ordna och pyssla,
går att sköta sin syssla.
Går till visthus och redskapshus,
känner på alla låsen —
korna drömma vid månens ljus
sommardrömmar i båsen;
glömsk av sele och pisk och töm
Pålle i stallet har ock en dröm:
krubban han lutar över
fylls av doftande klöver; —
Går till stängslet för lamm och får,
ser, hur de sova där inne;
går till hönsen, där tuppen står
stolt på sin högsta pinne;
Karo i hundbots halm mår gott,
vaknar och viftar svansen smått,
Karo sin tomte känner,
de äro gode vänner.
Tomten smyger sig sist att se
husbondfolket det kära,
länge och väl han märkt, att de
hålla hans flit i ära;
barnens kammar han sen på tå
nalkas att se de söta små,
ingen må det förtycka:
det är hans största lycka.
Så har han sett dem, far och son,
ren genom många leder
slumra som barn; men varifrån
kommo de väl hit neder?
Släkte följde på släkte snart,
blomstrade, åldrades, gick — men vart?
Gåtan, som icke låter
gissa sig, kom så åter!
Tomten vandrar till ladans loft:
där har han bo och fäste
högt på skullen i höets doft,
nära vid svalans näste;
nu är väl svalans boning tom,
men till våren med blad och blom
kommer hon nog tillbaka,
följd av sin näpna maka.
Då har hon alltid att kvittra om
månget ett färdeminne,
intet likväl om gåtan, som
rör sig i tomtens sinne.
Genom en springa i ladans vägg
lyser månen på gubbens skägg,
strimman på skägget blänker,
tomten grubblar och tänker.
Tyst är skogen och nejden all,
livet där ute är fruset,
blott från fjärran av forsens fall
höres helt sakta bruset.
Tomten lyssnar och, halvt i dröm,
tycker sig höra tidens ström,
undrar, varthän den skall fara,
undrar, var källan må vara.
Midvinternattens köld är hård,
stjärnorna gnistra och glimma.
Alla sova i enslig gård
gott intill morgontimma.
Månen sänker sin tysta ban,
snön lyser vit på fur och gran,
snön lyser vit på taken.
Endast tomten är vaken.
på tyska
DER TOMTE
Die Weihnachtsnaht ist kalt und streng,
die Sterne funkeln sacht.
Der Hof liegt einsam in tiefem Schlaf
inmitten der dunklen Nacht.
Still wandert der Mond seine Bahn,
der Schnee leuchet weiß auf den Tannen,
der Schnee leuchtet weiß auf dem Dach.
Nur der Tomte ist wach.
Steht dort an der Tür zum Stall,
grau gegen die weißen Flocken,
lässt, wie in jedem Winter,
vom Mond sich locken,
schaut zum Wald, wo die Tannen
dunkel den Haf umschließen,
grübelt, oft schon vergebens,
über das Rätsel des Lebens.
Fährt mit der Hand durch Bart und Haar,
schüttelt den Kopf mit der Mütze-
“Nein ,das Rätsel ist zu schwer,
mein Wissen ist hierzu nicht nütze.”-
vertreibt wie gewöhnlich bald
diese zweifelnden Fragen,
geht los, will nicht länger ruh`n,
geht los, seine Arbeit zu tun.
Geht zum Vorratshaus und schuppen
rüttelt an allen Türen -
die Kühe, träumend im Mondeslicht,
können den Sommer schon spüren;
ohne Geschirr und Peitsche und Zaum
hat auch Palle einen Taum:
die Krippe,auf die er schaut,
füllt sich mit duftendem Kraut.-
Geht zum Gehege für Ziege und Bock,
und weiter in den Stall zu den Schafen,
geht zu den Hühnern, die aufgereit
auf ihrer Stange schlafen;
Karo ist nicht auf der Hut,
er kennt seinen Tomte gut.
Det Tomte schleicht sich schließlich
zum lieben Hausvolke hin,
lange schon hat er bemerkt,
ihren fleißigen, ehrlichen Sinn;
er erreicht die Kammer der Kinder auf Zehen,
um die süßen Kleinen zu sehen,
solang er denkt zurück,
liegt hier sein größtes Glück.
So hat er gesehen Vater und Sohn
immer und immer wieder
als Kinder schlummern; aber woher
kommen sie auf die Erde nieder?
Geschlächt folgt bald auf Geschlecht,
erblühte,alterte,ging - nur wohin ?
Das Rätsen beschäftigr ihn sehr,
und ist doch allzu schwer!
Der Tomte stapft auf den Scheunenboden,
dorthin, wo wohnt un lebt,
hoch unter den Balken im Duft des Heues,
wo die Schwalbe ihr Nest gewebt;
jetzt ist das Schwalbennest leer,
doch im Frühling, wenn alles erblüht,
dann kommen sie sicher wieder,
im neuen Frühlingsgefieder.
Dann hat sie viel zu zwitschern,
über die weie Welt,
das den Tomte im Banne hält.
Durch einen Spalt in der Scheunenwand
hat sich das Mondlicht gesenkt,
ein Streifen glänzt auf seinem Bart,
der Tomte grübelt und denkt.
Still liegen Wald ung Natur,
das Leben da draußen ist gefroren,
nur vom fernen Wasserfall
tönt leise ein Rauschen in den Ohren.
Der Tomte lauscht und, halb im Traum,
glaubt er den Strom der Zeit zu hören,
fragt sich, wohin er rinnt,
fragt sich, wo die Quelle entspringt.
Die Weihnachtsnacht ist kalt und streng,
die Sterne funkeln hell.
Det Hof liegt einsam in tiefem Schlaf
der Morgen kommt nun schnell.
Der Mond senkt seine stille Bahn,
der Schnee leuchtet weiß auf den Tannen,
der Schnee leuchtet weiß auf dem Dach.
Nur der Tomte ist wach.
(aus Schwedische Weihnacht - Herder spektrum Verlag)
Filed under: , Schweden on Dezember 16th, 2007

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